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Montag, Juni 17, 2024

„Warnschuss so laut wie noch nie“

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Die Raiffeisenbank International (RBI) wollte bis zuletzt einen Teil ihrer in Russland eingefrorenen Gelder nach Österreich zurückholen, wurde jedoch durch den Druck der USA daran gehindert. Die Warnung des US-Finanzministeriums an die in Wien ansässige Bankengruppe deutete einen möglichen Kurswechsel ihres Engagements in Russland an, da die USA bereits seit geraumer Zeit fordern, dass die RBI ihre Geschäfte in Russland beendet.

Die RBI erhielt eine schriftliche Warnung des stellvertretenden US-Finanzministers bezüglich ihres anhaltenden Engagements auf dem russischen Markt und einem geplanten milliardenschweren Tauschgeschäft mit einem unter Sanktionen stehenden russischen Oligarchen. Die geplante Transaktion, bei der die RBI einen Teil ihrer Gelder mit einem großangelegten Tauschgeschäft nach Österreich zurückholen wollte, wurde aufgrund externer Einflüsse abgesagt. Die US-Sanktionsbehörde Ofac verhängte daraufhin Sanktionen gegen involvierte Parteien, was zu einem erneuten Kursverlust der RBI-Aktien führte.

Experten bezeichnen die Drohungen der USA gegen die Raiffeisenbank International als Overkill und als Warnsignal für den Finanzmarkt, insbesondere für Unternehmen, die Geschäfte mit Russland machen. Die RBI plant nun einen möglichen Rückzug aus Russland und überlegt, wie sie auf die Forderungen der EU und der Europäischen Zentralbank reagieren soll. Die Europäische Zentralbank hat bereits eine Reduzierung des Engagements der RBI in Russland angeordnet. Die RBI prüft derzeit rechtliche Schritte dagegen und könnte in Erwägung ziehen, das Russlandgeschäft entweder zu verkaufen oder in eine eigene AG abzuspalten.

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