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Freitag, Juni 14, 2024

»Mit meinen Augen« – L’Osservatore Romano

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Am 26. April 2024 wurde der vatikanische Pavillon für die Biennale mit einer Eröffnungszeremonie im Garten des Frauengefängnisses auf der venezianischen Insel Giudecca eingeweiht. Papst Franziskus wird den Pavillon am 28. April besuchen. Um den Garten des Gefängnisses zu betreten, muss man einen Korridor mit hohen Mauern und vergitterten Fenstern durchqueren. Kardinal José Tolentino de Mendonça, Präfekt des vatikanischen Dikasteriums für Kultur und Bildung, sprach über den Pavillon des Heiligen Stuhls im Rahmen der 60. Kunstbiennale von Venedig. Die Ausstellung mit dem Motto „Con i miei occhi“ („Mit meinen Augen“) entstand aus der Begegnung zwischen Künstlern und den Frauen, die ihre Haftstrafen im Gefängnis verbüßen.

Die Künstler haben die Geschichten, Bilder, Schmerzensschreie, leeren Räume und Sehnsüchte der Frauen aufgenommen, um sie mit Hilfe der Kunst zu einem großen Gleichnis zu machen. Die weiblichen Gefangenen sind so zu einem Gleichnis geworden, das das Leben insgesamt erzählt. Kardinal de Mendonça betonte, dass Schmerz und Träume für alle gleich seien und dass es darum gehe, neue Worte und Visionen zu finden, um dem Menschen gerecht zu werden. Durch die Kunst könne man der Wegwerfkultur entgegenwirken und einem Kultur öffnen, die auch dem verwundbaren Menschen Hoffnung schenken kann. Zeitgenössische Kunst könne die Sehnsucht nach neuen Worten und Wegen zur Geschwisterlichkeit hervorheben.

Der Pavillon ist bis zum 24. November nach Voranmeldung und in kleinen Gruppen zu besichtigen. Die Wahl des Gefängnisgebäudes von Giudecca war für die zeitgenössische Kunst „destabilisierend“ und wurde nur durch die Zusammenarbeit der Kuratoren und Verantwortlichen des Gefängnisses ermöglicht. Die Ausstellung im Gefängnis konfrontiert die Besucher mit einer menschlichen Komponente, die dazu anregt, neue Wege der Wertschätzung und Anerkennung des Menschen zu finden.

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