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Mittwoch, Juli 24, 2024

M&A-Markt: Konzerne bestimmen das Geschäft

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Im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen gibt es in diesem Jahr eine Schere. Während die Anzahl der Transaktionen weltweit relativ niedrig ist, liegt das Gesamtvolumen der Übernahmen im Langzeitvergleich deutlich über dem Vorjahreswert. Dies geht aus einer Erhebung des Datendienstleisters Dealogic für die F.A.Z. hervor. Der Anstieg des Transaktionsvolumens bis zum 7. Juni gegenüber dem Vorjahr liegt bei 23 Prozent und erreicht einen Wert von 1,3 Billionen Euro. Europa verzeichnet einen überproportionalen Anstieg im Transaktionsvolumen, während Deutschland im Vergleich zum Vorjahr ein deutliches Minus verzeichnet.

Die politische Unsicherheit aufgrund des Ukrainekrieges, Inflation und steigende Zinsen erschweren das M&A-Geschäft. Private Equity-Unternehmen halten sich aufgrund der teureren Kredite zurück. Stattdessen sind in diesem Jahr mehr Unternehmen selbst aktiv in Fusionen und Übernahmen involviert. Es wird davon gesprochen, dass 2024 das „Jahr des Corporate Deals“ ist, da Unternehmen verstärkt in Projekten aktiv sind, um ihr Geschäft auszubauen oder zu verkaufen. Unternehmen wollen durch Zukäufe ihre Technologieführerschaft sichern und von den gesunkenen Bewertungen profitieren.

Finanzinvestoren werden als Impulsgeber für die M&A-Branche erwartet, insbesondere mit Blick auf den älteren Bestand an Beteiligungen, die verkauft werden müssen. Private Equity-Unternehmen haben vermehrt mit längeren Haltedauern zu kämpfen und lagern verkaufsreife Unternehmen in Spezialfonds, um den Druck zu mindern. In Deutschland sind Finanzinvestoren für die beiden größten Transaktionen des Jahres 2024 verantwortlich: Die Übernahme der Antriebssparte Innomotics von Siemens durch KPS und die Übernahme des Wind- und Solarparkbetreibers Encavis durch KKR und andere Investoren.

Die M&A-Branche erwartet nun Impulse von Finanzinvestoren, da viele Unternehmen fällig sind, aber aufgrund gefallener Bewertungen schwierig zu verkaufen sind. Die Haltedauern von Private Equity-Firmen sind gestiegen, und die Anzahl der Projekte nimmt wieder zu. Bain & Company schätzt den Wert der verkaufsreifen, aber noch nicht verkauften Kandidaten in Private Equity-Portfolios auf 3,2 Billionen Dollar für 2023. Die Dynamiken im M&A-Geschäft sind vielseitig, und deutsche Unternehmen könnten aufgrund ihrer Qualität und niedrigeren Bewertungen verstärkt Ziel von ausländischen Investoren sein.

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