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Mittwoch, Mai 22, 2024

Wie Russlands ärmste Regionen vom Ukraine-Krieg auf makabre Weise profitieren

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In strukturschwachen Regionen Russlands steigen die Bankeinlagen stark an, und eine Studie sieht einen Zusammenhang mit staatlichen Zahlungen für den Ukraine-Krieg. Die Ökonomin Laura Solanko hat die monatlich von der russischen Zentralbank veröffentlichten Berichte über die Höhe der Bankeinlagen analysiert. Die Bewohner strukturschwacher Regionen Russlands sind demnach bei den Rekrutierungen für die russische Armee überproportional vertreten. Seit Beginn der russischen Teilmobilisierung im Herbst 2022 sind die Bankeinlagen in verschiedenen Teilrepubliken um bis zu 53 Prozent gestiegen.

Der Anstieg der Bankeinlagen wird als möglicher Hinweis auf hohe Rekrutierungszahlen in diesen Regionen gedeutet. Neue Soldaten erhalten eine Sofortprämie von 700.000 Rubel, was einem durchschnittlichen russischen Jahresgehalt entspricht. Bei Verwundungen erhalten Soldaten drei Millionen Rubel, und im Todesfall fließt eine beträchtliche Summe an die Familie. Die Analyse deutet darauf hin, dass dieser makabre Vermögensboom auf kriegsbedingte Zahlungen zurückzuführen ist.

Die Ökonomin Solanko weist darauf hin, dass es keinen eindeutigen Beweis für den Zusammenhang zwischen dem Wachstum der Bankeinlagen und staatlichen Zahlungen gibt. Dennoch erscheinen kriegsbedingte Zahlungen als plausibler Grund für den Anstieg. Vor Beginn der Teilmobilisierung wiesen die Wachstumsraten in den betroffenen Regionen keine Auffälligkeiten auf. Die Bankeinlagen privater Haushalte könnten somit als Hinweis dienen, aus welchen Regionen die in der Ukraine kämpfenden russischen Soldaten stammen und welche Regionen die meisten Opfer zu beklagen haben.

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