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Mittwoch, Mai 22, 2024

Kunst und Kultur aus der Republik Kosovo: Keine Spannung auf dem Dancefloor

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Wer den Nationalismus anprangert, wird oft angefeindet, aber dennoch arbeiten viele Initiativen in Prishtina daran, die Gesellschaft zu öffnen. Die Hauptstadt des Kosovo, Prishtina, ist eine lebendige Stadt mit einer jungen Bevölkerung, die stilbewusst ist, aber auch mit hoher Arbeitslosigkeit zu kämpfen hat. Die Stadt ist geprägt von Luftverschmutzung, hoher Autodichte und Müll auf den Straßen, wobei die Architektur eine Mischung aus verschiedenen Stilen ist.

Im Zentrum von Prishtina findet man Denkmäler, Graffiti in albanischer Sprache und hippe Cafés. Der Dialog zwischen den Menschen reißt nicht ab, trotz politischer Spannungen. Der Dramaturg Jeton Neziraj setzt sich für eine Annäherung zwischen Kosovaren und Serben ein, obwohl er von radikalen Nationalisten angefeindet wird. Er bricht in seinen Theaterstücken gesellschaftliche Tabus und prangert nationalistische, rassistische und homophobe Tendenzen an.

Die Kulturszene in Prishtina wird von jungen Kreativen vorangetrieben, die sich in Theatern, Cafés und Clubs treffen. Es gibt eine aktive Rock- und Jazzszene, sowie feministische Performance-Kollektive, die gegen Misogynie und Homophobie ankämpfen. Die Kunstschau „manifesta“ und kulturelle Projekte werden vom kosovarischen Staat unterstützt, um positive internationale Aufmerksamkeit zu generieren.

Der Philosoph Shkelzen Maliqi betont die Wichtigkeit, junge Talente zu fördern und kritisiert die Visabeschränkungen, die ihnen Reisen durch Europa erschweren. Das Techno-Kollektiv Hapësira nutzt den Dancefloor als Plattform für Veränderungen und kämpft gegen staatliche Interventionen in die Kultur. In Prishtina ist die Kultur vielseitig und lebendig, geprägt von Musik, Theater und Kunst, die unabhängig und kritisch agieren.

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