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Mittwoch, Juli 24, 2024

Demos in Deutschland: Es geht ums Eingemachte – Kultur

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Proteste gegen die deutsche Klimapolitik, blockierende Bauern mit ihren Traktoren und nun Demonstrationen von hunderttausenden Menschen in Deutschland gegen rechts – dies sind die aktuellen Geschehnisse im Nachbarland. Der Soziologe Oliver Nachtwey hat sich die jüngsten Demos genauer angesehen. Nachtwey ist Professor für Sozialstrukturanalyse an der Universität Basel und hat verschiedene Buchpublikationen veröffentlicht, darunter „Die Abstiegsgesellschaft“ und „Marktsozialdemokratie“.

Die Demonstrationskultur in Deutschland hat sich laut Nachtwey nicht stark verändert, aber die Träger von Protesten, nämlich die sozialen Bewegungen, sind schwächer geworden. Es gibt vermehrt dezentral organisierte Proteste, die eine Entfremdung von der Demokratie ausdrücken und von vielen Menschen getragen werden. Die aktuellen Proteste drehen sich um existenzielle Fragen wie die Zukunft der Bauern, die Demokratie und andere wichtige Themen.

Die Proteste in Deutschland wurden durch einen Bericht von Correctiv ausgelöst, der ein Treffen von Rechtsradikalen in einer Potsdamer Villa offenlegte. Dies führte zu Massendemonstrationen, die für Werte und eine lebenswerte Zukunft einstehen. Es zeigt sich ein populistisches Element in den Protesten, das die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit den politischen Eliten widerspiegelt.

Die AfD verliert an Zuspruch in Deutschland, was eine mögliche Kluft zwischen der „herrschenden Elite“ und der Bevölkerung verdeutlicht. Die Demonstrationen werden von Menschen aus der Mitte der Gesellschaft getragen und spiegeln einen Ausbruch aus der Ohnmacht wider. Es handelt sich nicht um Proteste der radikalen Ränder, sondern um einen Ausdruck von Sorge um die demokratische Gesellschaft seitens der demokratischen Mitte.

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